Illegal gebaute Burg wird abgerissen

Illegal gebaute Burg wird abgerissen


News MannheimIm Süden von Hessen baute ein Mann eine Burg in die Weinberge und hatte dafür keine entsprechenden Papiere. Nun soll die Anlage des selbsternannten Burgherrn, ein 45 Jahre alter Imker, abgerissen werden. Dieser versteht die Welt nicht mehr, hat er doch jahrelang ohne Zustimmung der Behörden eine eigene Burg in den Weinberg gebaut. Nun soll die gesamte Anlage platt gemacht werden, wozu am vergangenen Mittwoch schon die ersten Bagger an der Bergstraße anrückten. Sie sollten zunächst nur den Kräutergarten abreißen.
Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf (Grüne) erklärte Burgherrn Volker Sieradzyki: "Sie haben zehn Jahre bewusst schwarz gebaut." Die Anlage sei außerdem gefährlich, da die Sicherheitsstandards nicht erfüllt wurden.
Unterdessen beobachtet der Imker wie der Kompaktbagger seine Schaufel in den Kräutergarten setzt. Der 45-Jährige kann das alles nicht verstehen, waren doch in der letzten Zeit so viele Besucher gekommen, um seine Burg aus Lehm, Holz und Steinen zu bewundern. Schülern hätte der Kräutergarten die Natur näher bringen können, mit einer zweiten und dritten Burg inklusive Solaranlage – so Sieradzkis Vorstellungen - und ein wahrer Naturerlebnispark wäre entstanden.
Sieradzki hatte 2003 mit dem Kräutergarten in Spiralform angefangen. "Seitdem ist das aktenkundig," sagte er. Rund zwei Jahre später fing er mit der Burg an. Der Imker kann nicht nachvollziehen, warum die Behörden sich nun zu diesem Ende entschlossen haben und keine Alternative in Betracht kommt.
Bei den Baggerarbeiten fallen an dem Weinberg die Wände zusammen. Ein Beispiel für Werner Rühmkorff von der Naturschutzbehörde des Kreises, dass es um die Statik der Burganlage nicht gut bestellt ist. Sieradzki erklärt, dass die Weinberge ihm gehörten, bis es Geldprobleme gegeben habe. Er studiert Sozialwissenschaften, jobbte und hatte neben den Weinbergen auch Bienen. Nach und nach musste er jedes Jahr ein Stück Gelände verkaufen und investierte den Gewinn aus dem Wein in seine Burg. Rund 25.000 Euro will er investiert haben - „viel Burg für wenig Geld; eine Spitzenleistung“, sagte der 45-Jährige, der der Meinung ist, dass das Niederreißen der Anlage wahrscheinlich teurer als der Bau ist.
Der Kreisbeigeordnete Schimpf merkt hingegen an, dass der 45-Jährige alles in Schwarzarbeit erledigt hat. Wegen des illegalen Baus gab es nach Angaben des Landkreises immer wieder Kontakt zwischen Sieradzki und den Behörden. Eine Entscheidung gab es bislang aber nicht. Jetzt aber setzte sich die Beseitigungsverfügung für den Kräutergarten durch.
Entsprechend schlecht ist der Burgherr auf die Behörden zu sprechen. So beispielsweise auch auf das Finanzamt, denn es forderte eine Nachzahlung von mehreren tausend Euro.
Zurück zur Übersicht




Zahlen & Fakten: Stadtname:
Mannheim

Bundesland:
Baden-Württemberg

Regierungsbezirk:
Karlsruhe

Landkreis:
Stadtkreis

Höhe:
97 m ü. NN

Fläche:
144,96 km²

Einwohner:
311.969

Autokennzeichen:
MA

Vorwahl:
0621

Gemeinde-
schlüssel:

08 2 22 000



Firmenverzeichnis für Mannheim